Mitten in der Raubfisch-Schonzeit empfing ich die Nachricht eines im Salzkammergut ansässigen Anglers. Es handelte sich dabei um eine Einladung zum Hechtangeln an einen der wunderschönen Alpenseen. Angetrieben vom Schonzeitkoller nahm ich diese erfreut an. Da sich der Zielfisch - der Hecht - damals eben noch in der Schonzeit befand, einigten wir uns auf einen Termin im Mai. Und dieser Tag war nun gekommen!

 

Gemeinsam mit einem weiteren Anglekollegen folgte ich der Einladung und wir trafen uns bei Kaiserwetter fürs Hechtangeln vom Boot aus. Kurze Zeit später hatten wir unser Angelzeug bereits im Boot verstaut und visierten den ersten Spot an. Dort angekommen, flogen die Köder der beiden bereits durch die Luft und landeten in den klaren Fluten. Während ihre Wahl auf ca. 15cm lange Gummifische fiel, entschied ich mich für Big Baits wie dem Rapala X-Rap Otus fürs Flachwasser und dem Storm R.I.P Curly Tail, der ausgestattet mit einem 24g VMC Ball Head für tiefere Wasserschichten gedacht war. Es dauerte nicht lange, da wurde der erste Hecht des Tages gelandet. Allerdings machte uns dann der Wind einen Strich durch die Rechnung und wir mussten eine Alternative fürs Hechtangeln finden. Diesen Plan B fanden wir mit den Aiteln und Barschen in windgeschützten Uferbereichen.

Hot Spots für  Barsch und Aitel: Stege und Bootshäuser

Nach einer weiteren Bootsfahrt kamen wir an einen der geplanten Plätzen an. Ein flacher Bereich mit ausreichend Struktur. Ehe wir auswarfen, mussten wir aber noch unsere für diesen Fall mitgebrachten Barschruten montieren. Dies war allerdings schnell erledigt: An die Sufix Rapinova knotete ich ein langes Sufix Super21FC, damit im klaren Wasser vor allem die scheuen Aiteln keinen Verdacht schöpften. Bei der Köderwahl war ich mir etwas unschlüssig, sodass ich mir gleich eine kleine Auswahl griffbereit zurecht legte: X-Rap, X-Rap Countdown, Shadow Rap 07 und Shadow Rap Jack Deep – allesamt Wobbler von Rapala. Letztlich schloß sich der Snap, nachdem ich den X-Rap Countdown im Glass Ghost-Dekor eingehängt habe. Mit einer Tauchtiefe von bis zu 1,5m war dieser Köder für diese Situation perfekt: Im flachen Bereich konnte ich damit den Aiteln und Barschen nachstellen, während ich aber auch entlang der Kante eine kleine, aber dennoch realistische Chance auf eine Seeforelle hatte.

Diese Köder kamen in die engere Wahl (v.l.n.r.): Rapala X-Rap, Shadow Rap Jack Deep, Shadow Rap 07, X-Rap Countdown

Auch meine beiden Anglerfreunde wählten fingerlangen Wobbler, welche nun auch schon den Weg ins Wasser fanden. Es dauerte nicht lange, da konnten wir schon die erste Aitel ausfindig machen. Doch ehe wir diese beangeln konnten, verschwand sie schreckhaft in den Fluten. Nur wenige Würfe später gab es dann dennoch den ersten Biss einer Aitel, die kurz darauf auch schon im Kescher landete. Der Fänger war allerdings nicht ich, dennoch war es motivierend zu sehen, dass die Fische beißen. An dieser Stelle sollte es bei diesem einen Fang bleiben, daher wechselten wir nach gründlichem Abfischen der Uferkannte an einen ähnlichen Spot. Dort angekommen, dauert es nicht lange, als ich die erste Fehlattacke und einen Nachläufer verzeichnen konnte. Doch beim nächsten Wurf parallel zum Ufer war es so weit: Ein Ruck ging durch die Rute. Der Anhieb saß und nach einigen Kopfstößen war der halbwüchsige und knapp gehakte Dickkopf schon in Griffweite. Ich wählte es, den Fisch mit der Hand zu landen, doch dazu kam es nicht: Er schüttelte sich beim Landeversuch noch im Wasser ab und verschwand blitzartig.

Augenblicklich nach dieser Aufnahme schüttelte sich der Döbel ab und tauchte davon.

Erfreut und endlich auch mit nassen Händen brachte ich den 7cm langen X-Rap Countdown wieder ins Wasser an die selbe Stelle. Sofort nach dem Auftreffen des Köders an der Wasseroberfläche begann ich zu kurbeln, doch irgendwie war es eigenartig. Als würde der Wobbler nicht laufen – es gab keine vibrierenden Bewegungen. Um die eventuell sich um die Haken gewickelte Schnur zu lösen, schlug ich einmal mit der Rute. Doch dann kam schon der Widerstand! Der Fisch hatte nämlich sofort beim Einschlag zugeschnappt und ist in meine Richtung geschwommen, daher konnte die Tauchschaufel auch keine Bewegung verursachen. Aber das war mir in diesem Fall natürlich recht! Der Fisch war für seine Größe ziemlich kampfstark und brachte ordentlich Spaß im Drill. Als ich mein zweites Aitel des Tages in der Nähe des Bootes hatte, ließ ich mir allerdings den Kescher reichen, damit die Landung diesmal auch sicher klappte. Anschließend lag der zirka 35 cm lange Dickkopf im Netz und ich freute mich sehr darüber.

Sicher gelandet und mit dem Rapala X-Rap Countdown im Maul – eine weitere Aitel.

Nach einer raschen Behandlung des makellosen Fisches folgte ein Errinnerungsfoto, ehe ich ihn wieder zurücksetzte.

Auch wenn er keine Rekorde bricht, dieser Fisch ist einfach makellos und wunderschön.

Anschließend ging leider nichts mehr und auch das kurze Hechtangeln zum Schluss als der Wind abflaute, brachte kein Ergebnis mehr ein. So brachen wir das Angeln entspannt und dennoch zufrieden ab und ließen den Tag bei einem kühlen Bier ausklingen. Es gab zwar an diesem Tag keine kapitalen Fänge, doch zeigt er, dass man mit dem reichhaltigen Köderprogramm von Rapala und Storm für jede Situation gewappnet ist. Und genau das muss man oftmals auch sein...

 

Übrigens: „Aitel“ ist die österreichische Bezeichnung für den Döbel.

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